Digitale Welten im Figurentheater

Die 4. Deutsche Figurentheaterkonferenz
findet vom 23. August
bis 1. September 2019
im Theater der Nacht Northeim statt

Theorie-Symposium
Wochenende: Freitag 23. und Samstag 24. August 2019
»Im Spannungsfeld von digitaler und analoger Animation«

Gastgeberin: Alice Therese Gottschalk, FAB-Theater, Stuttgart
Moderatorin: Iris Meinhardt, Figurenspiel und cinematographisches Theater, Stuttgart
Gastredner: Markus Joss, Prof. an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«, Berlin
Christian Fuchs, Regisseur und Dramaturg, Leipzig

Konferenz
Workshopwoche: Sonntag, 25. August  –  Sonntag 1. September
• Praktische Arbeit
• Austausch der Figurentheater mit Workshops
• Aufführungen & Diskus­sio­­nen«

Workshop 1
Video als Mitspieler auf der Bühne
mit Anja Abele

Mit der Handykamera Filme erstellen und sinnvoll für die Bühne nutzen. Wir experimentieren mit Ideen zu Mini-Filmen und bringen diese in Kombination mit Körper, Figur und Bewegungen performativ auf die Bühne.
Ziel des Workshops ist es, Lust und Mut zum Experiment zu wecken um Videoprojektion auf der Bühne zum Mitspieler zu machen. Es werden die notwendigen technischen Grundlagen vermittelt, eigene Smartphone-Kameras zum Filmen genutzt und die Ergebnisse mit Hilfe von Schnitt und Projektionstechniken auf die Bühne gebracht.

Workshop 2
Inszenierungsprojekt:
»Auch Du, Roboter? Oder: Programmiererethos und Roboterseele«
mit Stephan Wunsch

Die Teilnehmer improvisieren mit unterschiedlichen digital gesteuerten technischen Instrumenten (Roboter, Drohnen, elektrischer Staubsauger… ) und untersuchen sie auf ihre theatrale Wirkung und ihre Einsatzmöglichkeiten. Aus Begegnungen mit digitalen Spielpartnern entsteht ein Zyklus aus Kurzszenen.
Wann macht eine Drohne im Theater Sinn, was erzählt ihr Einsatz? Was ist neu am digitalen Gegenüber, und was eine Wiederholung der alten Frage: Wann ist ein Ding ein Jemand? Wer animiert hier wen? Ist ›Künstliche Intelligenz‹ bloßer Animismus, oder begegnen wir wirklich einer Person? – Eine spielerisch-sinnliche Erkundung von Subjektivität.


Stephan Wunsch
, Puppenspieler, Figurenbildner, Regisseur; studierte Philosophie und Germanistik in Aachen. Er belegte freie Seminare in Figurenspiel und Figurenbau u.a. bei Jürgen Maaßen, Frank Soehnle und Neville Tranter. Er gründete 2003 das theater rosenfisch. Seitdem zahlreiche Inszenierungen für Kinder und Erwachsene; außerdem Workshops, Regiearbeiten und Figurenbau für andere Bühnen. Mitarbeit in der Redaktion der Zeitschrift ›Das andere Theater‹.
www.rosenfisch.de

Workshop 3
»Das Wundertrommel-Theater – Anleitung zur Herstellung einer Tricksequenz«
mit Thomas Stellmach

Die Teilnehmer*innen kreieren ein Bild, ein Objekt oder eine dreidimensionale Szenerie im Prinzip eines Guckkastens und erwecken dieses mit Plattenspielern und selbstgebastelten Wundertrommeln zum Leben. An der Schnittstelle von Theater und Trickfilm beschäftigen wir uns mit Animation. Die Teilnehmer*innen schärfen ihr visuelles und konzeptionelles Denken bei der Entwicklung von Tricksequenzen, experimentieren zeichnerisch oder plastisch mit dem Lebendig-Machen toter Dinge und kreieren daraus einen kleinen magischen Wunderzirkus.


Thomas Stellmach
(*1965 in Straubing) ist Trickfilm-Regisseur, Filmautor und Animator. Für seine Independent-Produktionen erhielt er neben vielen internationalen Auszeichnungen 1997 den OSCAR® der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den Stop-Motion Film QUEST. Er studierte Animation bei dem Trickfilmkünstler und Professor Paul Driessen an der Kunsthochschule Kassel.
www.stellmach.com

3. Deutsche Figurentheaterkonferenz
24. August bis 2. September 2018

Fr. 24.8. + Sa. 25.8. Theorie-Symposium
mit dem Thema »Die menschliche Vorstellungskraft – Puppenspiel und Neurologie (The Power of Imagination, Puppetry and Neurology)

So. 26.8. – So. 2.9. Praktische Arbeit – Workshopwoche
Austausch der Figurentheater mit Workshops, Aufführungen und Diskus­sio­­nen


Die 3. Deutsche Figurentheaterkonferenz
Nach den Erfolgen der 1. und 2. Deutschen Figurentheaterkonferenz geht es nun in die dritte Runde, zu der Unima und VDP wieder gemeinsam alle an der Kunst des Figurentheaters In­teressierten, über alle Verbands- und Institutionsgrenzen und der Trennung von Profis und Amateuren hinweg einladen. Indem wir uns gemeinsam fortbilden und austauschen, wollen wir unsere Kunstform stärken und ihr Profil schärfen, sowohl das Theorie-Symposium als auch die praktische Arbeit in der Workshopwoche sollen dazu beitragen.
Im letzten Jahr haben wir uns mit dem Thema »Figurentheater und Politik« befasst. In diesem Jahr wollen wir uns der menschlichen Vorstellungskraft und ihren wissenschaftlichen, puppenspielerischen und kommunikativen Implika­tionen widmen. Aber die Politik bleibt nicht außen vor. Der Verband Deutscher Puppentheater wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Der Berufsverband hat Fortbildungen, einen Studiengang und die KSK für uns erstritten. Aus diesem Grund bieten wir neben den drei Workshops im Jubiläumsjahr speziell für die Profis ein Inszenierungsprojekt an.
An jedem Workshop können maximal 12 Personen teilnehmen. Darüber hinaus gibt es an den Abenden die Möglichkeit, in Teilnehmerprojekten eigene Themen mit Kolleg*innen zu erforschen, zu besprechen, zu erspielen. Die Ergebnisse der Workshops werden in der öffentlichen »Nacht der Puppen« gezeigt und anschließend gebührend gefeiert. Die Konferenz endet am So. 2.9. nach einem Auswertungsgespräch um 12 Uhr. Die Teilnahme über die gesamte Dauer der Konferenz ist verbindlich.

Workshop 1
»Genähtes Gesicht«
Stoff ist durch seine offene, warme Oberfläche ein ausgezeichnetes Material, um sehr lebendige Figuren zu bauen. Auf einen Schaumstoffkern bauen wir aus Polsterwatte und Trikotstoff Schicht um Schicht und Stich für Stich den Kopf einer menschlichen Figur auf.
Diese Arbeitsweise ist langsam und konzentriert und ermöglicht einen kreativen Dialog mit der entstehenden Figur. Wir begeben uns auf eine Reise, deren Ausgang nicht allein in unseren Händen liegt. Material und Figur haben durchaus ein Eigenleben.
Geeignet für Menschen mit Grundkenntnissen im Nähen und einem sehr langen Geduldsfaden.

Workshop 2
»Objects and Ghosts«
Objekte werden von ihrer Vergangenheit, ihrer Konstruktion und ihrem Potenzial beeinflusst. Wenn wir ein Objekt sehen oder benutzen, erkennen wir seine Verschiedenartigkeit sofort: Ist es alt, schwach, städtisch, vom Menschen geschaffen oder traumhaft? Objekte bevölkern unsere Räume, unsere Körper, unsere Visionen. Dieser Workshop konzentriert sich auf die Entdeckung des verborgenen Wesens eines Objektes: seine Geschichten, Bewegung, Beziehungen, Albträume und Träume. Wir konzentrieren uns auf das dramatische Potenzial von Objekten als Charaktere; die Beziehung zwischen Objekten und Menschen und das Spiel mit Objekten. Der Workshop wird Stoff-, Objekt- und Dinganimationen beinhalten und die Teilnehmer*innen sollten sich auch auf etwas Chaos einstellen!
OBJECTS AND GHOSTS – Cariad Astles
Objects are haunted by their past, their construction and their potential. When we see or use an object, its multiple narratives speak to us instantly: is it old, weak, urban, human-made or dreamlike? Objects inhabit our spaces, our bodies, our visions.This workshop will focus on the discovery of the hidden narratives of the object: its stories, movement, relationships, nightmares and dreams. The workshop will focus on the dramatic potential of objects as characters; the relationship between objects and humans and performing with objects. The workshop will include matter, object and thing animation and participants should expect to get messy! This is a performance workshop: we will be training in performing with objects. More information on what to bring and what to wear will be provided nearer the time.
(The workshop will be conducted in English.)
Cariad Astles forscht und lehrt am »Centre for Research into Objects and Puppets in Performance« an der Royal Central School of Speech and Drama in London (CSSD). Die CSSD bietet mit einem Puppetry BA die einzige Hochschulausbildung für Puppentheater in England. Der Studiengang ist auch für internationale Interessenten offen. Er bietet Student*innen eine dreijährige Ausbildungzeit, in der sie ihre Fähigkeiten auf den Gebieten bildnerisches Gestalten, Anima­tion, Bewegung, Stimme, Ensemblespiel, Performance u.a. entwickeln können.
Das Research Centre der CSSD bringt wissenschaftliche und praktische Forschungen zum Puppen- und Objekttheater zusammen.
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Workshop 3
»Den Moment finden«
Die Teilnehmer*innen werden einen Puppenspiel-Prozess erkunden, der sich auf Atem und Sensibilität konzentriert, um ihre Fähigkeiten in der Zusammenarbeit und der Verbindung mit einem Publikum zu verbessern. Mit Objekten, Materialien und einfachen Puppen werden wir improvisieren und nach winzigen Verbindungsmomenten suchen – zwischen Charakteren, Puppenspielern und Zuschauern.
Finding the Moment – Mervyn Millar
Participants will explore a puppetry process focused on breath and sensitivity to improve their skills in working together and connecting with an audience. 
Using objects, materials and simple puppets, we will improvise and look for tiny moments of connection – between characters, puppeteers and audience.
(The workshop will be conducted in English.)

Mervyn Millar Der britische Puppendesigner und -regisseur arbeitete u. a. an der Opéra National du Rhin, am Royal Opera House London, an der Royal Shakespeare Company und am Royal Court Theater London. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit der in Kapstadt und London ansässigen Handspring Puppet Company, für die er als Puppenspieler und Regisseur in Erscheinung trat. Massgeblich beteiligt war er ausserdem an der Entwicklung des Welt­erfolgs »War Horse« (uraufgeführt am National Theater London, Übernahme u. a. ans Lincoln Center New York und Theater des Westens Berlin). Für die Handspring Puppet Company übernahm er die Puppenregie für »Stiller« am Residenztheater München. Seit 2014 ist Mervyn Millar Teil der Company Significant Object. Hierfür übernahm er die Puppenregie bei der Produktion »James II« (uraufgeführt am Edinburgh Festival, Übernahme ans National Theater London) und für Paul McCartneys Videoclip »Appreciate«. In der Spielzeit 2014/15 war er am Schauspielhaus Zürich in Ingo Berks Insze­nierung »Die Brüder Löwenherz« sowohl für das Puppendesign wie für die Puppenregie verantwortlich.  www.significantobject.com

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Workshop 4
Inszenierungsprojekt zum 50-jährigen Bestehen des VDP
Geplant ist, aus Ideen, mitgebrachten angefangenen Szenen oder Objekten kleine Theaternummern zu entwickeln, mit denen ein Puppentheaterabend gestaltet werden kann, der je nach Verfügbarkeit der Gruppenmitglieder etwas anders gestaltet ist. Für diesen Kurs bewerben sich die Teilnehmer*innen und der Dozent entscheidet über die Teilnahme.

Der Puppenspieler, Autor, Regisseur und Dozent Hans-Jochen Menzel wurde 1956 im Erzgebirge geboren. Mit 18 war er Baufacharbeiter, mit 23 Student der Fachrichtung Puppentheater an der Schauspielschule Berlin/Ost. Nach Abschluss seines Studiums ging er 1981 zunächst ein festes Engagement am Staatlichen Puppentheater Neubrandenburg ein.
Seit 1985 ist er freiberuflich tätig; u. a. arbeitete er am Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Maxim-Gorki Theater Berlin und dem Schauspiel Frankfurt. Eigene Projekte, Auftragsarbeiten und Workshops führten ihn nach Frankreich, in die Niederlande sowie zu zahlreichen Festivals im deutschsprachigen Raum, darunter auch zu den Salzburger Festspielen. Von 2003 bis 2013 leitete Prof. Hans-Jochen Menzel die Abteilung Puppenspielkunst der HfS »Ernst Busch« Berlin.
www.hfs-puppe.de
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Tagungsablauf

Fr. 24.8.
18.30 Uhr Eröffnung der 3. Deutschen Figurentheaterkonferenz
20 Uhr »Die Götter-Soap«, Thalias Kompagnons, Nürnberg
22 Uhr Inszenierungsnachgespräch, Kamingespräche
Sa. 25.8.
10 Uhr Theorie-Symposium mit den Gastrednern:
Mervyn Millar, Puppengestalter und -spieler, London
Prof. Dr. Stefan Treue, Neurowissenschaftler, Universität Göttingen
13.30 Uhr Pause
15 + 16 Uhr »Was Sachen so machen«, Thalias Kompagnons
16.30 Uhr Theorie-Symposium
18.30 Uhr Pause
20.30 Uhr »Macbeth für Anfänger«, Thalias Kompagnons
21.30 Uhr Inszenierungsnachgespräch, Kamingespräche
So. 26.8.
11 Uhr »Die Geburtstagstorte oder Kaspers große Jagd«, FT FluxX, Meiningen; Abschluss des Theorie-Symposiums
19 Uhr Eröffnung der Workshopwoche
20.00 Uhr »Kasper in Teufels Küche«, Thalias Kompagnons
21.30 Uhr Inszenierungsnachgespräch, Kamingespräche
Mo. 27.8. – Fr. 31.8.  Workshops und eigene Projekte
9 –18 Uhr Arbeit in den ausgewählten Workshops (Fr. bis 12 Uhr)
19.30 Uhr Teilnehmerworkshops, Arbeit an eigenen Projekten,
open stage und Dozentenvorspiel
Fr. 31.8. Proben »Nacht der Puppen«
15 Uhr Probe »Nacht der Puppen«
18 Uhr Pause
20 Uhr Generalprobe »Nacht der Puppen«
Sa. 1.9. »Nacht der Puppen«
9 –18 Uhr Einzelproben mit Pausen um 13 Uhr und 18 Uhr
19 Uhr Call In »Nacht der Puppen«
20 Uhr »Nacht der Puppen« im Theater der Nacht
So. 2.9. Abschlussplenum

10 –12 Uhr Auswertung und Abschlussrunde

Kosten
Teilnahmegebühr Theorie-Symposium: 20 € inkl. Wasser, Kaffee/Tee und Kuchen. Übernachtungen und Vorstellungsbesuche sind separat zu buchen!

Die Teilnahme an der Workshopwoche kostet 350 € für Mitglieder des VDP oder der UNIMA,
400 € für Nicht-Mitglieder. Bei Buchung bis zum 31.5.2018 gibt es einen Frühbucherrabatt von 10% auf die Kursgebühr.
Schüler*innen und Student*innen können bei der UNIMA ein Stipendium für den Workshop erhalten.
In der Kursgebühr ist enthalten:
– Eintrittspreis für die Eröffnungsvorstellung der Workshopwoche
– Besuch eines Workshops
– Besuch eines Teilnehmerprojektes
– Präsentation der Workshop-Ergebnisse bei der »Nacht der Puppen«
– Mittag- und Abendessen in der Jugendherberge Northeim

Übernachtungen + Karten
www.theater-der-nacht.de
www.jugendherberge-northeim.de
www.northeim-touristik.de

Download Flyer: 3. FT-Konferenz_Flyer_web


2. Deutsche Figurentheaterkonferenz
25. August bis 3. September 2017


Rückblick auf die 2. Deutsche Figurentheaterkonferenz

Zitate aus den Feedbackbögen

»Ich fühle mich auf einer Spielwiese im Schlaraffenland für Puppenspieler.«
Verena Volland

»Eine Woche keine Verpflichtungen und Gedanken an den Alltag, sondern mit einer Herde anderer nichts als Figurenspielen schauen, bauen, denken, staunen, reflektieren«
Verena Volland

„Dieses besondere Haus, in dem wir uns bewegen dürfen, als wäre es ein Stück Heim für uns«
Gudrun Nixdorf

»Erwartungen wurden übererfüllt«
Gudrun Nixdorf

»Es ist wunderbar, die Vielfalt des Materials zu erleben, die Vielfalt der Möglichkeiten, Feedback zu bekommen, an sich und den eigenen Möglichkeiten arbeiten zu können«
Anne Grundmann

»Die Entstehung eines Szenenprogramms, mit viel Abwechslung, innerhalb nur einer Woche, dass sich vor keinem Publikum verstecken musste.«
Ralf Rahnier

»klassische und moderne Spielweisen und Techniken schließen sich nicht aus, sondern fordern Begegnung, Ergänzung und Durchdringung gerade zu heraus, wodurch Figurentheater in aller Welt lebendig bleiben wird.«
Ralf Rahnier

»The vibe, the amience, the positiv and friendly atmosphere and sharing«
Scott Koehler

»A wonderful festival in a magical theater! Exploration and celebration of puppetry from many angles.«
Scott Koehler

»I think the festival atmosphere helped to be courageous and curious. People felt comfortable to take risks.«
Scott Koehler

»The theater and workshop so close are excellent for such a conference. The building is magic!«
Richard Bradshaw

»Der Austausch mit den anderen Teilnehmern – auch durch die Teilnehmerprojekte – ist genau das , was ich mir unter kreativen Kontakten vorstelle und vielleicht führt das ja in Zukunft mal zu einer Zusammenarbeit.
Diese Öffnung und Verschmelzung (auch durch die übergreifenden Teilnehmerprojekte und das morgendliche Warm-up für alle – Danke Therese!) verstehe ich als ein konkurrenzloses künstlerisches Gesamtkonzept, was in dieser Art selten ist.«
Iris Schleuss

Fotos zur 2. Deutschen Figurentheater-Konferenz: Margot Eisenächer

Am ersten September-Wochenende ging mit der Nacht der Puppen und einer Auswertung die
„2. Deutsche Figurentheaterkonferenz“ im Northeimer Theater der Nacht zu Ende.

36 Figurenspieler aus der gesamten Bundesrepublik und dem Ausland haben sich getroffen, um bei international renommierten Meistern des Figurenspiels zu lernen.
Unterrichtet haben Richard Bradshaw aus Australien, der mit den Aufführungen seines Schattentheaters Weltruhm errang und in dem Film „Jim Henson’s world“ als einer der besten Puppenspieler der Welt vorgestellt wurde. Er leitete die Herstellung und das Spiel von ausdrucksstarken, wandelbaren Schattenfiguren an.
Scott Köhler aus Frankreich, der seit mehr als 10 Jahren bei der Compagnie Philippe Genty in Paris mitspielt, gab einen Workshop zu bildhaften Figurentheater ohne Sprache.
Er hat mit den Workshopteilnehmern in einer Mischung aus Tanz, Material, Figuren- und Maskenspiel Bilder entwickelt, die aus dem Unbewussten kommen.
Margit Gysin, die „grande dame“ des Figurenspiels aus der Schweiz, die ihre Inszenierungen vor allem für Kinder entwickelt und damit auf große internationale Festivals eingeladen wird, unterrichtete unterschiedliche Möglichkeiten, mit Objekten und Figuren Märchen zu erzählen.

Die Figurentheaterkonferenz ist ein europaweit einmaliges Ereignis.
Dieses Arbeits- und Forschungstreffen haben die zwei größten Puppenspielverbände Deutschlands, UNIMA und VdP, in Zusammenarbeit mit dem Northeimer Theater der Nacht zum zweiten Mal ermöglichen können. Unterstützt wurde dieses weit über die Grenzen des Landes wirkende Projekt von der Volksbank Mitte, die AKB-Stiftung, der Stadt Northeim und der Kulturstiftung des Landkreises Northeim.

In der Werkschau der „Nacht der Puppen“ konnte das Publikum vor Ort die unterschiedlichen Ansätze und damit auch die Bandbreite dessen, was im Figurentheater möglich ist, hautnah miterleben.
In unterhaltsamen Kurz-Szenen wurde Schattenspiel dargeboten, Märchen wurden mit Hilfe von Objekten neu interpretiert, in Ensemble-Szenen konnte man miterleben, wie papierne Großfiguren den Bühnenraum eroberten.
Die Band „Blech und Schwefel“ aus Kassel hat dem Abend mit schwungvoller „Guggenmusik“ einen witzigen und tanzbaren Abschluss verschafft.

Für die Figurentheater ist diese Zusammenkunft ein Novum.
Der Großteil der Figurentheater in der Bundesrepublik gehören zur freien Szene und erhalten weder städtische noch staatliche Subventionen. Ein politisches Engagement über die eigene Arbeit hinaus können sich die Spieler oft gar nicht leisten.
Die stärkere Vernetzung der Figurentheater untereinander auf der Konferenz, die Intensivierung der Kontakte zur internationalen Figurentheaterszene und das Symposium, mit dem die Konferenz in diesem Jahr eröffnet wurde, gab der gemeinsamen Arbeit ein Thema, das sich durch die ganze Woche hindurchzog: Figurentheater und Politik.
Es wurde über die gesellschaftliche Situation der Figurentheater gesprochen.
Während der Konferenz haben Margit Gysin und Richard Bradshaw zu diesem Thema auch noch
von der Theatersituation in anderen Ländern berichtet.
Es wurde in den Theaterstücken, die das Symposium umrahmten, politische Verhältnisse und ihre Auswirkungen auf philosophischer, persönlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene gezeigt.
Und es wurde mehr als deutlich, dass das Figurentheater eine Kunstform ist, die sich im Reigen der anderen Künste nicht verstecken braucht, sondern selbstbewußt ihren Platz in der Gesellschaft vertreten kann.

„Figurentheater und Politik“


Die Konferenz
der Figuren- und Puppentheater in Northeim/Südniedersachsen

Zur 2. Deutschen Figurentheaterkonferenz laden vom 25. August bis 3. September 2017
die UNIMA (Union Internationale de la Marionnette) und der VDP (Verband Deutscher Puppentheater) – die zwei größten Puppenspielverbände Deutschlands – in das „Theater der Nacht“ Northeim (Han.) ein.
Nach dem großen Erfolg der 1. Konferenz im September 2016, bei der über 40 Puppenspieler*innen aus ganz Europa, darunter Vertreter der Hochschulen und die „Europäische Kommission“ der UNIMA, erstmalig gemeinsam eine Standortbestimmung für ihre Kunstform vornahmen, möchten die Veranstalter das Thema „Figurentheater und Politik“ praktisch und theoretisch verhandeln.
Die Fragen sind unter anderen:
Wo stehen wir als Figurenspieler*innen politisch? Wie politisch dürfen wir sein?
Wie entsteht politisches Engagement? Wie entstehen politische Inszenierungen?
Ist der freischaffende Beruf des Figurenspielers schon eine politische Ansage?
In Northeim versammeln sich zu diesen Fragen Figurenspieler*innen verschiedenster künstlerischer Herkunft, darunter professionelle Theater, Amateur-Bühnen sowie ihre Spieler und Ensemblemitglieder. Thema werden auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der künstlerischen Auffassung und Umsetzung sein.

Das begleitende „Festival mit Hand und Fuß“ bringt Inszenierungen zum Thema „Figurentheater und Politik“ nach Northeim.
Neville Tranters „Stuffed Puppet Theatre“ zeigt seine neue Inszenierung „Babylon“.

Das Figurentheater Töfte aus Deutschland präsentiert seine preisgekrönte Vorstellung „Engel mit nur einem Flügel“, Margrit Gysin spielt „Das bucklige Männlein“.

Der Höhepunkt der Werkschau wird die Vorstellung der französischen Theatergruppe La Licorne aus Dunkerque sein.

Als Deutschlandpremiere ist „Spartacus“ zu sehen, eine bildgewaltiges Figurentheater, das mit Operngesang, ausdrucksstarken Figuren und wenig französischer Sprache die Geschichte um den Sklavenaufstand im alten Rom zeigt. Gespielt wird auf der größten Freilichtbühne Niedersachsens, der Waldbühne Northeim, die 1938 vom Reichsarbeitsdienst gebaut wurde.

www.theater-der-nacht.de
Karten für die Vorstellungen

News zur 2. Figurentheaterkonferenz!

Die 3 Workshops zur Figurentheater-Konferenz mit

Margrit Gysin, Schweiz
Richard Bradshaw, Australien
Scott Köhler, Frankreich

vom 27. August – 03. September sind nun alle belegt. Wir können Euch gern auf eine Warteliste setzen, falls ein Teilnehmer noch kurzfristig ausfällt. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit zur Teilnahme am

2. Symposium vom 25. bis zum 27. August.

Anmeldungen hierzu bitte über Rückmeldungen hier auf der website oder direkt in der Geschäftsstelle buero@unima.de oder 05551 – 9080779

2. Figurentheaterkonferenz
vom 27. August – 3. September 2017 in Northeim

Los gehts mit dem 2. Symposium und dem „Festival mit Hand und Fuß“ vom 25. bis zum 27. August 2017

2. Symposium der UNIMA Deutschland und des VDP mit dem Thema „Politik und Figurentheater“
Gastrednerin: Daria Ivanova
Theaterprogramm um das Symposium herum im „Festival mit Hand und Fuß“
Sa, 26.8.2017   21 Uhr   „Spartacus“ – Théâtre La Licorne, Frankreich
Fr, 25.8.2017  20 Uhr   „Babylon“ – Neville Tranter, Niederlande
Sa, 26.8.2017   15 Uhr   „Engel mit nur einem Flügel“ – Theater Töfte, Halle (Westf.)
So, 27.8. 2017  16 Uhr   „Das bucklige Männlein“ – Figurentheater Margrit Gysin, Schweiz
So, 27.8.2017   21 Uhr   „Spartacus“ – Théâtre La Licorne, Frankreich

Die 2. Figurentheaterkonferenz vom 27. August bis 3. September 2017
Workshops:
Margrit Gysin, Schweiz
Richard Bradshaw, Australien
Scott Köhler, Frankreich
Forschungsprojekt für professionelle Puppenspieler

Anmeldung ist für einen der 4 Workshops möglich

Kosten:
315 € für UNIMA- und VDP-Mitglieder bei Anmeldung bis zum 30.5.2017
inkl. Workshopkosten, 2 Mahlzeiten pro Tag, Snacks und Getränke
350 € für UNIMA- und VDP-Mitglieder bei Anmeldung ab dem 30.5.2017
360 € für Nicht-Mitglieder bei Anmeldung bis zum 30.5.2017
400€ für Nicht-Mitglieder bei Anmeldung ab dem 30.5.2017

Ihr könnt Euch unter buero@unima.de ab sofort anmelden!

Wir laden wieder alle Freunde des Puppenspiels ein, teilzunehmen, zu schauen, zu probieren, zu werkeln, zu diskutieren. Wir freuen uns auf eine erneute intensive und spannende Begegnung!

1. Deutsche Figurentheaterkonferenz 2016


Rückblick auf die 1. Deutsche Figurentheaterkonferenz 
1ftkonferenz

Inspiriert von der „Eugen O’Neill Puppetry Conference“, die in den USA seit vielen Jahren mit wachsendem Erfolg stattfindet, hat die UNIMA Deutschland und der VDP Praktiker und Theoretiker, Amateure und Professionelle zur 1. Figurentheaterkonferenz nach Northeim in Niedersachsen eingeladen. Austausch und Fortbildung standen im Zentrum dieses Treffens, mit dem die Kunstform gestärkt und ihr Profil geschärft werden soll.

Anfang September ist sie zu Ende gegangen. Wir hatten sehr tolle Lehrer! Ein großes Danke an Frank Soehnle, Therese Gottschalk und Neville Tranter!!! Wir haben sehr viel von Euch lernen können!

Hier ein paar Teilnehmerkommentare:

– die Konferenz war ein Feuerwerk großartiger Eindrücke, angefangen bei der Gestaltung und Ausstattung des Theaters bis hin zu den Aufführungen und Begegnungen mit den Gastkünstlern.

– wir konnten Vorurteile abbauen und Grenzen erweitern …

– wir hatten hervorragende Dozenten

– wir hatten einen guten Austausch, eine gute Gemeinschaft

Danke auch noch mal an die Berliner Hochschule für’s Kommen, an Tim Sandweg von der Schaubude, an die DaT-Redaktion und an alle TeilnehmerInnen. Es hat großen Spaß gemacht!!!