50 Jahre VDP

Als erster freier Theaterverband Europas wurde der Verband Deutscher Puppentheater
am 28. Juli 1968 von 16 freien Puppentheaterbühnen in Bielefeld gegründet, mit dem Ziel, sich gegenseitig zu helfen, zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen. Noch immer engagiert sich der VDP umfangreich für die Belange der deutschen Puppen-/Figurentheaterkünstler. Mit den Jahren hat sich die Bandbreite der Aufgaben ständig erweitert. Dieses Jahr feiert der Verband nun sein 50-jähriges Jubiläum.

 

Zum 50jährigen Jubiläum reist die von VDP-Mitgliedern gestaltete Wanderausstellung
„DER VDP – 50 JAHRE – 50 ANSICHTEN“ durch ganz Deutschland und es entsteht eine Festschrift
zu 50 Jahren VDP und Puppen-/Figurentheater.
Hier präsentiert der VDP mit Freude die Glückwünsche der Kolleg*innen an den VDP.

DER VDP – 50 JAHRE – 50 ANSICHTEN

Die Ausstellung besteht aus 50 künstlerisch gestalteten Holzkästen voller Erinnerungen, Augenblicke, Momentauf- nahmen und Perspektiven des Puppen- / Figurentheaters von gestern, heute und morgen. Kästen zum Betrachten, zum Lesen und zum Ausprobieren.
Die  Mitgliedsbühnen des Verbandes geben auf diese Weise nicht nur dem Verband, sondern auch der Ausstellung die Existenzgrundlage durch ihre Kunst, ihr Handwerk, ihre Geschichten, ihre Arbeit und ihre Kreativität. Die 50 Kästen spiegeln frei gestaltet, vielfältig, verrückt und voller Fantasie das ganze Spektrum der einzelnen Theater wider und zeigen in Fotos, Filmen und Figuren Einblicke in die Arbeit, die Historie, die Erfolge und die Referate des VDP.

In Anlehnung an den Lebensalltag der meisten Puppenspieler*innen wird die Ausstellung während des Jubiläumsjahres 2018 durch ganz Deutschland wandern und bei Figurentheaterfestivals, in Kulturzentren und Theaterhäusern gezeigt werden.

2 Workshops im Rahmen der Ausstellung »Von Pelztierkochern und Menschenähnlichen«

Im Rahmender Ausstellung
Von Pelztierkochern und Menschenähnlichen – 20 Jahre half past selber schuld
im Theatermuseum Düsseldorf (13. Juni 2018 – 6. Januar 2019)
wird es u. a. auch phantastische Workshops für Kinder, Laien und Profis geben.
Diese finden jeweils im Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1 statt.

Anmeldung hier: kontakt@halfpastselberschuld.de
www.halfpastselberschuld.de

 

Workshop 1: Master Class – Puppenspiel

für Puppenspieler und Interessierte, die schon etwas Erfahrung sammeln konnten
am Sonntag, den 19. August 2018 von 14 – 18.30 Uhr
mit Eli Presser (Los Angeles, USA), in englischer Sprache

höchstens 15 Teilnehmer / Kosten pro Person: 30 €

Der amerikanische Puppeteer Eli Presser, der das Bühnencomic KAFKA IN WONDERLAND von half past selber schuld u. a. als Co-Schreiber und Puppenspieltrainer begleitete, wird im August in Düsseldorf sein und während seines Aufenthalts diesen Workshop leiten und sein Fachwissen mit uns teilen.
Mithilfe einfacher Bunraku-artiger Puppen wird das Spiel von drei Personen an einer Puppe trainiert. Es wird geatmet, gelaufen, getanzt, etc., um der Puppe ein Maximum an Leben einzuhauchen.

 

Workshop 2: Automata für Kids
Kinder und Eltern bauen zusammen

für Familien mit Kindern ab 7 Jahren
am Sonntag, den 23. September 2018 von 14 – 17 Uhr
mit half past selber schuld und Florian Deiss

höchstens 15 Teilnehmer / Kosten: Kinder 5 € / Erwachsene 10 €

Beim Bühnencomic KAFKA IN WONDERLAND kamen zwei fliegende Dinosaurier zum Einsatz, die zur Zeit im Theatermuseum zu sehen sind, und die Dank ihrer Automata-Mechanik recht beeindruckend fliegen können.
Solch ein mechanisches Prinzip werden wir in diesem Workshop soweit vereinfachen, dass es mit ein wenig Hilfe jedem möglich sein wird, eine Variante eines mechanischen Spielzeugs zu bauen, das mittels einer Kurbel angetrieben wird.
Wir verwenden dafür einfache Materialien, die jeder zu Hause hat, damit dort später weiter experimentiert und gebastelt werden kann.
Ganz egal ob Dinosaurier, Schmetterling oder Auto, oder auch etwas ganz anderes, zu dem die entstandene Bewegung passt – der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Dieser Workshop ist zwar für Familien und Kinder konzipiert,
neugierige Automata-Liebhaber wären aber natürlich auch ohne Kinder willkommen!

Neue Website des Vereins KunstForm Marionette

30 Marionettenbegeisterte aus Deutschland und der Schweiz haben im Frühjahr 2018 den Verein KunstForm Marionette e.V. gegründet.
Unter der Federführung des Grafikers Gottfried Keller aus Basel ist nun eine Website entstanden, die umfassend informiert – über den Verein, das diesjährige 6. PendelMarionettenFestival und natürlich auch über die Möglichkeiten, dem Verein beizutreten.

www.kunstform-marionette.eu

Nachruf auf Hans Hartvich-Madsen

Hans Hartvich-Madsen (geb. 1945) ist kurz nach seinem 73. Geburtstag in Tallin, Estland, gestorben, wo er während der letzten Wochen im Koma gelegen hat, bevor er am 17. April 2018 »seine Reise zu dem ganz großen Schauspielhaus angetreten hat, – nämlich dorthin, wo alle guten Geschichten geschrieben werden und wo sich phantastische Menschen treffen«, wie sein Sohn, Nikolaj Tring Christensen, so wunderschön in seinem Abschiedsbrief auf Facebook schrieb.

Es ist ein langes, dynamisches und künstlerisch komplexes Leben, das somit in Tallin endet, wo er die letzten Jahren gelebt und gearbeitet hat, zusammen mit seiner estnischen Frau und künstlerischen Partnerin, Külli Palmsaar, die dort ihr eigenes Theater hat und die übrigens oft nach Dänemark reiste. Trotz der geographischen Distanzen fungierte er bis zum letzten Jahr als engagierter und vieljähriger Vorstand für die UNIMA Danmark. In der Tat ist das Puppentheater der große Dreh- und Angelpunkt seines weitreichenden Theaterschaffens gewesen, und ein großer Teil dieses Schaffens galt dem Kindertheater.

Es ging los in den 60er-Jahren, als er nach einigen Jahren des Literaturstu­diums an der Kopenhagener Universität Regisseur und Techniker am damaligen Comediehuset [»Komödienhaus«, ehemaliges Theater 1965–1985 im Stadtkern] in Kopenhagen, bei der Dronningemøllerevyen [»Königin-Mühlen-Revue«] und bei Det Ny Skala [»Neue Scala«, Theater im Nørrebro-Stadtteil/Kopenhagen mit heutigem Namen Nørrebro Teater] wurde, bevor ein befristeter Technikerjob am Riddersen (Theater in Kopenhagen) in eine langwährende Stellung (1972–1985) als Techniker, Administrator und Instruktor am Riddersalen [»Rittersaal«]/Jytte Abilstrøms Theater umgewandelt wurde. Es ist auch in dieser Zeit, wo er auf einem ironischen (legendären) Foto auf der Treppe des Kultusministeriums auftritt, wo er mit Jesper Jensen und Klaus Rifberg u. a. sitzt und Haschischpfeife raucht – bei einer Demonstra­tion gegen Einsparungen in der Kulturpolitik.

Seitdem wurde er u. a. Leiter (1986–1994) des Theaters »Københavneren« [»Der Kopenhagener«] – jetzt Kaleidoskop genannt –, des weiteren Mitbegründer, künstlerischer Leiter und Theaterchef des Thy Theaters in Hanstholm (1994–2009), wo es ihm auch gelang, eine stark nachgefragte (aber mittlerweile leider wieder geschlossene) Puppenmacher-Grundausbildung zu begründen, der viele gegenwärtige Schauspieler des dänischen Kindertheaters ihr Können und ihre Fertigkeiten verdanken. Nach der Leitung des Thy Theaters wurde er für einige Spielzeiten Leiter und Lehrer an der Abteilung für Animation und Puppentheater (des Entwicklungszentrums für Szenekunst) in Oddsherred, bis auch dieser Ausbildungszweig geschlossen wurde. Danach bekam seine praktische Theaterarbeit eine internationale Orientierung mit Basis in Tallin als Folge seines Treffens und seiner späteren Heirat mit Külli Palmsaar. Auf organisatorischem Niveau war Hans Hartvich-Madsen aktiv im BørneTeaterSammenslutningen (BTS) [»Kindertheater-Verband«], wo er u. a. bekannt wurde für seine sehr ereignisreichen und phantasievollen Exkursionen in Verbindung mit den Generalversammlungen des BTS; aber ganz besonders hat er sich verdient gemacht als Vorstand der dänischen Abteilung der internationalen Organisation für Puppen- und Animationstheater, indem er 2000–2017 Vorstand von UNIMA Danmark war und auch verschiedene Posten im internationalen Teil der Organisation innehatte. Neben seiner umfangreichen Karriere wird man sich an Hans Hartvich-Madsen auch seine wunderbare Gesellschaft erinnern, stets voll von Geschichten, Anekdoten und Wissen, die und das er von Herzen gern mit anderen teilte.

Puppe und Menschsein. Spielen über Grenzen hinaus

Das Internationale Symposium für Therapeutisches Puppenspiel fand mit großem Erfolg im Februar 2018 in Friedrichsdorf, Deutschland statt. Es wurde von der DGTP (Deutschland), der FFT (Schweiz) und der UNIMA organisiert. Es trafen sich therapeutische Puppenspieler und interessierte Personen aus Deutschland, der Schweiz, Russland, Skandinavien, Irland, Großbritannien und Frankreich.

Dieses Treffen war reich an menschlichen Begegnungen und kollegialen Diskussionen. Präsentationen von Forschern und engagierten Praktikern wechselten mit inspirierenden Workshops und historischen Rückblicken. Es ist erstaunlich, welch einfaches und tiefbewegendes Werkzeug die Puppe ist.

Wir erforschten, auf welche Weise sie wirkt: in systemischer Kommunikation, in der Psychotherapie, in der Mediation verstrittener Gruppen, als Erinnerung an die Vergangenheit, als Verbindung zwischen Generationen, bei der Resozialisierung jugendlicher Straftäter, bei Autismus, in der Begleitung todkranker Kinder und anderem.

Es fand eine Podiumsdiskussion statt, auf der grundlegende Begriffe besprochen wurden wie Animation und Manipulation, Handwerk und Haltung. Künstler, Pädagogen, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Logopäden, Familien- und Psychotherapeuten – wir vereinen als engagierte Puppenspieler oft mehrere Berufe und Passionen.

Wir wollten die Grenzen und Besonderheiten aufzeigen, nicht um zu bewerten, sondern um voneinander zu lernen. Es gibt weniger Unterschiede, als wir dachten. Aber man muss sich in jedem Moment seiner Arbeit darüber bewusst sein, auf welcher Methode oder Profession der aktuelle Fokus liegt.

Es wurde festgestellt, das letztlich die therapeutische Haltung das entscheidende heilende Moment ist und die ethische Verantwortung bestimmt. Das Ziel wurde erreicht: theoretische Basics wurden diskutiert, neue Kontakte geknüpft, gespielt, geredet, Projekte geplant …
Die Organisatoren waren darüber sehr glücklich und erhielten viele positive Rückmeldungen.

Um unsere Erfahrungen in vielen Anwendungsbereichen zu teilen, stehen Vorträge und Fotos bereit: www.dgtp.de
facebook group: therapeutic puppetry
Bitte nutzen Sie die Möglichkeit teilzuhaben und sich zu vernetzen!

Antje Wegener

„Mehr Drama, Baby!“

Der Bundesverband Theaterpädagogik organisiert den
4. bundesweiten Tag der Theaterpädagogik am 4. Mai 2018

Bereits zum vierten Mal rufen wir unter dem Motto „Mehr Drama, Baby!“ zum bundesweiten Tag der Theaterpädagogik am 4. Mai 2018 auf. Mit über 300 Veranstaltungen an etwa 130 verschiedenen Orten im Bundesgebiet hat „Mehr Drama, Baby!“ in den Jahren 2015 bis 2017 großen Zuspruch erfahren.

Der vom Bundesverband Theaterpädagogik e.V. initiierte Aktionstag möchte die Vielfalt und Bandbreite der Theaterarbeit mit nicht-professionellen Spielerinnen und Spielern in Deutschland veranschaulichen. „Mehr Drama, Baby!“ wird 2018 erstmals von vier weiteren bundesweiten Theaterverbänden unterstützt, dem Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT), der ASSITEJ e.V. Bundesrepublik Deutschland, der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater und dem Bundesverband Theater in Schulen (BVTS).

Und so funktioniert es: Alle Theater-, Tanz- und Musikpädagog*innen, Spielleiter*innen, Lehrer*innen, Workshop-Leiter*innen, Regisseur*innen, Dramaturg*innen und andere können ihre theaterpädagogische Arbeit am Aktionstag selbst, dem 4. Mai 2018, aber auch an den Tagen unmittelbar davor und danach öffentlich machen. Mögliche Aktivitäten: Proben, Workshops, Aufführungen, Diskussionen, Ausstellungen, Experimente und und und …

Die Veranstaltungen sollen die tägliche Praxis aufzeigen und müssen nicht extra für diesen Tag entwickelt werden. Alle Aktivitäten werden unter www.mehrdramababy.de veröffentlicht.
Bis zum 30. April 2018 nehmen wir gerne über diese Website weitere Ankündigungen theaterpädagogischer Aktivitäten entgegen.

Rückfragen und Infos:
Bundesverband Theaterpädagogik
Genter Str. 23
50672 Köln
mail@butinfo.de
Tel. 0221 – 9521093

Raimund Finke, Bildungsreferent

Dänisches Theater sucht Anschlussengagement im Mai 2018

Liebe Kollegen
Das dänische Teater Refleksion sucht dringend noch einen Gastspielort in Deutschland. Sie spielen am 5. und 6. Mai diesen Jahres in Stuttgart und auf einem Festival und würden gerne „auf dem Weg“ noch einen weiteren Spielstopp einlegen. Am besten am 2. oder 3. Mai 2018.
Klar, das das Programm bei den meisten Veranstaltern schon steht, aber vielleicht habt ihr Interesse an einer Sondervorstellung oder es fällt etwas aus? Da das Theater schon auf dem Weg ist, sind die Konditionen natürlich verhandelbar.

„Nattens lys/ Nightlight“ ist eine Koproduktion von Teater Refleksion (DK) und Andy Manley (UK).
Keine Figuren, eher animierte Objekte , seht selbst: https://vimeo.com/241691817
Alter 3 – 6 Jahre, gespielt in einem Indoor-Zelt, wenige Worte, auch auf deutsch erhältlich.

Bei Interesse meldet euch bei lisbeth@refleksion.dk

 

Technical Information
Age group: 3 – 6 years and grown-ups
Duration: app. 40 min.
Space requirements: 9 x 10 x 3 m, audience included
Max audience: 50 children and adults altogether. The audience is seated inside a tent like structure so audience max must be observed.
Black out: Is absolutely necessary!!
Set up time: After international touring one full day. Otherwise 4 hours.
We need two helpers and one technician
Strike down: 2 – 3 hours. We need 2 helpers the first hour.
Light and sound: We travel with our own light and sound system
Electricity/power: 380 V – 3 x 16 Amp

www.refleksion.dk

www.andymanley.com

 

UNIMA-Kommissionen aktiv in Pädagogik und Therapie

Im Juni 2017 traf sich die Kommission Erziehung, Entwicklung, Therapie (EDT) in Zadar, Kroatien.
Die Komission für Forschung (Research) veranstaltete im August 2017 das Symposium Broken Puppet on Puppetry, Health and Disability.

Über beides berichtet neben anderen Beiträgen
der Newsletter 2-2017 der DGTP und des FFT.
Er enthält auch einen Exklusivartikel von Hilarion Petzold.

DGTP Newsletter
www.dgtp.de

UNIMA Arbeitskreis »Therapeutisches Figurenspiel«