Arbeitskreis Schattenspiel

Das Internationale Schattentheater Zentrum (ISZ) der UNIMA
Das traditionelle Schattentheater hat seinen Ursprung bekanntlich in Asien. Das indonesische, indische oder chinesische Schattenspiel ist weltweit bekannt und gut erforscht. Ganz anders das zeitgenössische Schattenspiel, das sich in Europa, Nordamerika, Japan und Australien entwickelt hat. Bis vor wenigen Jahrzehnten stand es noch ganz im Schatten der anderen Formen des Puppenspiels (siehe auch Artikel über »Die Entwicklung des zeitgenössischen Schattentheaters in Europa«). Selbst Insiderkreise, auch die UNIMA, hatten nur geringe Kenntnisse über den Stand und die Entwicklung des internationalen Schattentheaters.
Um dies zu ändern, startete der Lehrer und Schattenspieler Rainer Reusch in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat der UNIMA im Jahr 1987 eine Umfrageaktion. Über 50 UNIMA-Zentren meldeten die Adressen von etwa 300 zeitgenössischen Schattentheatern. Man nahm mit diesen Schattenbühnen Kontakt auf und bat um Infomationsmaterial. Dieses wurde studiert, ausgewertet und die Ergebnisse in dem Buch »Die Wiedergeburt der Schatten« (1991) in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. 1989 wurde in Zusammenarbeit mit der UNIMA das Internationale Schattentheater Zentrum (ISZ) in Schwäbisch Gmünd gegründet.
Der Leiter des Zentrums arbeitet seit 15 Jahren ehrenamtlich. Das Ziel dieses Zentrums ist die Bekanntmachung, Förderung, Verbreitung und Erforschung der Kunst des zeitgenössischen Schattentheaters.

Die Aufgaben des ISZ

  1. Kommunikation und Kooperation:
    Das ISZ hat Kontakte zu mehreren hundert Schattenbühnen. Täglich treffen Anfragen von Museen, Kulturinstitutionen, Medienvertretern und natürlich Schattenspielern ein und werden beantwortet.
  2. Forschung und Dokumentation:
    Das ISZ sammelt alle verfügbaren Informationen über das zeitgenössische Schattentheater. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Schattentheatern und dem ISZ ermöglichte es, das Wissen über den Stand und die Entwicklung des zeitgenössischen Schattentheaters in drei Büchern zu veröffentlichen:
    »Die Wiedergeburt der Schatten«, 1991
    »Schattentheater-Autoren und Akteure«, 1997
    »Schattentheater-Kunst und Technik«, 2001.
  3. Archiv:
    Das ISZ unterhält ein Archiv mit Videofilmen, DVDs, CDs, Dias, Fotos, Fachbibliothek, Programme, Zeitungskritiken und eine Sammlung von Figuren des zeitgenössischen Schattentheaters (Schenkungen an das ISZ).
  4. Weiterbildung:
    Leider gibt es nur wenige Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Deshalb finden alle drei Jahre parallel zu den Internationalen Schattentheater Festivals Workshops statt, die von bedeutenden Schattenspielern gegeben werden.
  5. Durchführung von Internationalen Schattentheater Festivals: Um ein Forum zu schaffen, auf dem die zeitgenössischen Schattenspieler der Welt ihre Kunst zeigen konnten, wurde 1988 in Schwäbisch Gmünd (Deutschland) das weltweit erste Festival für zeitgenössisches Schattentheater durchgeführt. Es kamen Schattenspieler aus aller Welt angereist, lernten sich kennen, diskutierten technische und künstlerische Probleme und schlossen Freundschaften. Mittlerweile wurden 6 Festivals durchgeführt und fast alle renommierten Schattentheater hatten hier schon Auftritte.

Nach 15 Jahren intensiver Arbeit tritt das zeitgenössische Schattentheater allmählich aus dem Schatten heraus. Das Wissen über diese Kunst ist gewachsen und wird in Fachkreisen zur Kenntnis genommen. Immer häufiger werden Schattenbühnen auf den großen internationalen Figurentheaterfestivals eingeladen. Die schöne, mittelalterliche Stadt Schwäbisch Gmünd ist für die Schattenspieler zu einem Zentrum geworden.

Kontakte:

 

Internationales Schattentheater Zentrum
Christian Kaiser
Obere Zeiselbergstr. 18
D – 73529 Schwäbisch Gmünd
Telefon: +49 (0)170-3251264
isz(at)schattentheater.de

Frieder Paasche
Dianastraße 9
D – 31275 Lehrte
Telefon: +49 (0)5175-5186
frieder.paasche(at)web.de